Mit der heute unterzeichneten Absichtserklärung zwischen dem BG Klinikum Hamburg (BGKH) und dem Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) haben die Beteiligten einen Prozess angestoßen, der die Hamburger Krankenhauslandschaft bis 2040 grundlegend verändern wird. Die Vereinbarungen sehen vor, dass zwei große Klinikneubauten entstehen: ein Neubau des BG Klinikums auf dem UKE Campus zur Versorgung Schwer- und Schwerstverletzter sowie ein zweiter Neubau am bisherigen Standort Bergedorf, der die ambulanten Strukturen stärkt. Insgesamt planen die BG Kliniken Investitionen von über 1,2 Milliarden Euro.

 

Dazu Christin Christ, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Die heute unterzeichnete Absichtserklärung markiert den Beginn eines langen Transformationsprozesses, der die Hamburger Kliniklandschaft bis 2040 prägen wird. Das BG Klinikum ist mit seiner Spezialisierung auf mehrfach verletzte Unfallopfer, Brandverletzte, komplexe chirurgische Eingriffe und hochspezialisierte Rehabilitation ein unverzichtbarer Bestandteil der Versorgung. Wenn diese Expertise künftig eng mit dem UKE verzahnt wird, können Synergien entstehen, gerade mit Blick auf die Krankenhausreform ab 2027 und die Strategie UKE 2050.

 

Entscheidend bleibt jedoch, dass das hochspezialisierte Angebot des BG Klinikums vollumfänglich erhalten und nicht über die kommenden Jahre hinweg ausgedünnt wird. Und ebenso wichtig ist, dass der vom Senat angekündigte Mehrwert für Bergedorf tatsächlich realisiert wird, mit starken ambulanten Strukturen, einer gesicherten Notfallversorgung und einem leistungsfähigen Querschnittgelähmten Zentrum. Ankündigungen allein reichen nicht, entscheidend ist die verlässliche Umsetzung.

 

Wir wissen aus Erfahrung, dass große Versprechen des Bürgermeisters allzu oft folgenlos bleiben: Der 2018 angekündigte Neubau des AK Altona ist bis heute nicht über das Planungsstadium hinausgekommen. Deshalb werden wir diesen Prozess eng begleiten und darauf achten, dass die versprochenen Synergien tatsächlich gehoben werden, die Kosten im Rahmen bleiben und die medizinische Versorgung für alle Hamburgerinnen und Hamburger zuverlässig gesichert wird.“

 

 

Dazu Anna von Treuenfels-Frowein, wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Die geplante Kooperation zwischen UKE und BG Klinikum kann das Versorgungsangebot zweifellos stärken, insbesondere in der Notfall- und Traumamedizin sowie in der Forschung. Der geplante Neubau auf dem UKE Campus mit rund 350 Betten zeigt, welches Potenzial in der Bündelung hochspezialisierter Partner liegt. Die enge Verzahnung mit dem UKE Erweiterungsbau soll Forschung, Lehre und Weiterbildung zusätzlich stärken.

 

Doch dieser Umbauprozess bis 2040 stellt enorme Anforderungen an die ohnehin überlastete Wissenschaftssenatorin. Die Umstrukturierung muss genutzt werden, um die finanzielle Lage des UKE nachhaltig zu stabilisieren. Ein weiterer Abstieg in die roten Zahlen wäre fatal, für die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit, die Attraktivität des Standorts und die Versorgung der Patientinnen und Patienten.

 

Das UKE braucht jetzt Planungssicherheit, klare Prioritäten und eine verlässliche politische Führung. Nur dann kann dieser langfristige Umbau zu einem echten Gewinn für den Wissenschafts- und Gesundheitsstandort Hamburg werden und nicht zu einem weiteren Großprojekt, das im Ankündigungsmodus stecken bleibt.“

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