Die Europäische Union und Indien haben sich auf ein neues Freihandelsabkommen geeinigt – ein wichtiger Meilenstein für eine zukunftsfähige und strategisch unabhängige europäische Handelspolitik. In Neu-Delhi besiegelten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und das indische Staatsoberhaupt Narendra Modi die Einigung. Mit dem Abkommen entsteht ein gemeinsamer Markt mit fast zwei Milliarden Menschen. Davon profitiert insbesondere die deutsche Exportwirtschaft, deren Ausfuhren nach Indien seit 2019 bereits um rund 40 Prozent gestiegen sind.
Dazu Prof. Dr. Becken, wirtschaftspolitischer Sprecher und Fachsprecher für Europa und Internationales der CDU-Fraktion: „Das Freihandelsabkommen eröffnet neue Wachstumschancen für Hamburger und Deutsche Unternehmen aller Größen und stärkt hochwertige Arbeitsplätze in Europa. Gerade nach der Verzögerung beim Mercosur-Abkommen ist die Einigung ein wichtiger Schritt hin zu mehr wirtschaftlicher Resilienz. Es hilft, einseitige Abhängigkeiten zu reduzieren.
Vor allem im Bereich der Elektronik gewinnt Indien zunehmend an Bedeutung: Das Land baut seine industriellen Kapazitäten gezielt aus und kann sich zu einem verlässlichen alternativen Zulieferer für deutsche Maschinenbauer und Elektronikhersteller entwickeln. Auch im Bereich der IT-Dienstleistungen bietet die vertiefte Partnerschaft große Chancen. Eine stärkere Zusammenarbeit mit Indien kann dazu beitragen, die Abhängigkeit von den USA zu verringern und Europas digitale Souveränität zu stärken.
Dieses Abkommen steht für eine offene, faire und strategisch kluge Handelspolitik der Europäischen Union – und für eine starke Partnerschaft mit einem der wichtigsten Wachstumsmärkte der Welt, von der auch zahlreiche Hamburger Unternehmen profitieren werden.“
