Nach monatelangem Stillstand und der Ablehnung eines umfassenden CDU-Antrags zur Verbesserung der Versorgung von ME/CFS- und Post-COVID-Erkrankten hat sich Rot-Grün nun immerhin zu einer Expertenanhörung im Gesundheitsausschuss durchgerungen. Die CDU-Fraktion begrüßt diesen längst überfälligen Schritt.

 

Bereits im Juni hatte die CDU-Fraktion einen detaillierten Antrag in die Hamburgische Bürgerschaft eingebracht, der konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungslage vorsah. Dazu gehörten unter anderem die Einrichtung eines interdisziplinären Kompetenzzentrums, eine breite Informationskampagne sowie gezielte Fortbildungen für medizinisches Personal und Behörden. Rot-Grün hat diesen in den Gesundheitsausschuss überwiesen – jedoch bisher ohne eigene Vorschläge zur Lösung der Versorgungslücke vorzulegen.

 

Dazu Christin Christ, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Es ist gut, dass sich SPD und Grüne nun endlich bewegen – aber es ist auch offensichtlich, dass dieser Schritt nur auf unseren politischen Druck hin erfolgt. Seit Jahren kämpfen Betroffene von ME/CFS und Post-COVID mit einer massiven Unterversorgung, und Hamburg hinkt im bundesweiten Vergleich deutlich hinterher. Während andere Bundesländer längst spezialisierte Ambulanzen eingerichtet haben, verweist der rot-grüne Senat auf kostenintensive Privatangebote oder eingeschränkte Versorgung für Berufserkrankte.

 

Unser Antrag vom Juni hat klar aufgezeigt, wie eine moderne, niedrigschwellige und biomedizinisch fundierte Versorgung aussehen kann. Die Probleme sind nicht neu – aber der politische Wille fehlte bislang. Die Expertenanhörung kann daher nur ein erster Schritt sein. Wir erwarten, dass die Anhörung nicht nur ein symbolischer Akt bleibt, sondern daraus endlich konkrete Verbesserungen entstehen. Die Betroffenen haben keine Zeit für parteipolitisches Zögern – sie brauchen jetzt Hilfe.“