
Hamburg wächst stetig, bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Eine große Chance zur Schaffung neuer Wohnungen bieten die Hamburger Magistralen – zentrale Verkehrsachsen, die in der Stadtentwicklung lange vernachlässigt wurden, aber viele Möglichkeiten der Nachverdichtung bieten. Mehr als 10 Jahre wurde am „Masterplan Magistralen“ gearbeitet. Das erklärte Ziel: Die vorhandene Infrastruktur effizienter nutzen und zusätzliche Flächen für Wohnen, Gewerbe und öffentliches Leben erschließen.
Doch die Realität sieht anders aus. Aktuelle Planungen, etwa an der Luruper Hauptstraße, zeigen, dass der Fokus des rot-grünen Senats nicht nur auf Wohnraumschaffung und Lebensqualität liegt – sondern auch auf der Ausweitung des Verkehrsraums. So sollen angrenzende Grundstücke (Lurup 68 und 70) in Anspruch genommen werden, um Platz für drei Meter breite Radwege zu schaffen. Ähnliche Entwicklungen gibt es an der Sülldorfer Landstraße: Hier haben Begehrlichkeiten des Mobilitätssenators zu jahrelangen Verzögerungen der Bebauungspläne geführt – und auch hier sind Enteignungsklauseln vorgesehen, um grüne Vorgärten zugunsten von Verkehrswegen zu nutzen. Die CDU-Fraktion fordert den Senat auf, bei der Entwicklung der Magistralen den Fokus auf die Schaffung von neuem Wohnraum und die Verbesserung der Lebensqualität zu legen.
Dazu Dr. Anke Frieling, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Vorgärten entlang der Magistralen sind weit mehr als nur Grünflächen. Sie sind eine wichtige Pufferzone zur Hauptverkehrsstraße, tragen erheblich zur Wohnqualität bei, dienen oft als dringend benötigte Abstellflächen und sind auch wichtige Versickerungsflächen. Eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren – nicht an der Maximierung von Verkehrsflächen. Die Magistralen-Entwicklung darf daher nicht zulasten der Anwohnerinnen und Anwohner gehen, sondern muss die Schaffung von Wohnungen und die Verbesserung der Lebensqualität konsequent in den Mittelpunkt stellen!“