Am Dienstagabend trafen sich die Delegierten der Hamburger CDU zum Landesausschuss, dem Parteitag der Hamburger CDU. Dabei haben sie einen umfangreichen Leitantrag zur Bildungspolitik in Hamburg verabschiedet. Darin fordert die CDU unter anderem, verbindliche Mindeststandards für Grundschulen festzulegen und die Digitalisierung in den Schulen voranzubringen, etwa durch digitale Lernstandserfassungen und eine Zentralisierung der IT. Außerdem setzt sich die Hamburger CDU dafür ein, dem abnehmenden Respekt gegenüber Lehrern entschieden entgegenzutreten. Lehrer sollen durch mehr Fachkräfte im Bereich der Inklusion und weniger administrative Aufgaben im Alltag entlastet werden. Um gegen Ekeltoiletten in den Hamburger Schulen vorzugehen, setzt sich die CDU für eine konsequente Sanierung und häufigere Reinigung der Schultoiletten ein.

Christoph Ploß, Landesvorsitzender der Hamburger CDU: „Als Hamburger CDU setzen wir auf frühkindliche Bildung, um jedem Hamburger Kind gerechte Chancen zu ermöglichen. Es ist erschreckend, dass etwa jedes fünfte Kind in Hamburg nach der Grundschulzeit nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen kann. Damit diese Kinder nicht ihr Leben lang Nachteile haben, brauchen wir dringend einheitliche Mindeststandards in den Grundschulen. Ein großes Problem in Hamburger Schulen ist der abnehmende Respekt vor Lehrern. Wenn immer häufiger statt der betroffenen Schüler die Lehrer für eine schlechte Note verantwortlich gemacht werden, liegt etwas im Argen. Deswegen setzen wir uns mit Nachdruck für mehr Respekt vor und bessere Arbeitsbedingungen für unsere Lehrer ein.“

Dennis Thering, Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion: „SPD und Grüne loben sich für Ihre Bildungspolitik und klopfen sich gegenseitig kräftig auf die Schultern. Dabei sind laut IQB-Bildungstrend 2021 zum Beispiel die Ergebnisse in Rechtschreibung dramatisch schlecht. Hier erreicht nicht einmal die Hälfte der Kinder den Regelstandard und über 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler bleiben sogar unter dem Mindeststandard. Das ist kein Grund zu feiern, das ist beschämend. Mit unserem Leitantrag machen wir einen großen Schritt, um die Bildung in Hamburg nach vorne zu bringen und um der Ambitionslosigkeit des rot-grünen Senats entschieden entgegenzutreten. Denn auch in anderen Bereichen kommt unsere Stadt nicht voran. Der sich zuspitzende Streit zwischen SPD und Grünen bei wichtigen Themen wie Klimaschutz, Infrastruktur und Hafen schadet unserer Stadt. Hamburg steht vor großen Herausforderungen und braucht einen Bürgermeister, der nicht zaudert, sondern anpackt!“

Birgit Stöver, Fachsprecherin für Bildung der CDU-Bürgerschaftsfraktion: „20 Prozent der Kinder können am Ende der Grundschule nicht gut genug Lesen, Schreiben und Rechnen. Sie starten mit einem kaum aufzuholenden Rückstand. Sie haben schlechte Aussichten auf einen erfolgreichen Schulabschluss. Dies können wir uns auf Dauer nicht leisten. Gerade im Vor- und Grundschulbereich werden die Grundlagen gelegt. Doch nicht nur hier besteht im Hamburger Schulwesen dringender Handlungsbedarf. Mit unserem Leitantrag wollen wir Perspektiven für eine erneute Bildungswende aufzeigen. Hamburgs Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte haben das verdient. Wir stehen für neue Bildungspläne mit verbindlichem Grundwissen und Raum für Zukunftskompetenzen. Wir wollen Kita und Grundschule stärken und zukünftig gemeinsam denken. Wir setzen uns dafür ein, die Grundschulzeit auf bis zu fünf Jahren zu flexibilisieren – für die, die es brauchen und planen verbindliche Mindeststandards auch für Grundschulen festzulegen, damit jeder einen Schulabschluss erlangen kann. Wir müssen alles für eine gelingende Integration von Menschen mit Behinderung und förderbedürftigen Jugendlichen tun, das ist unsere gesellschaftliche Pflicht. Wir wollen Schule als attraktiven Arbeitgeber und als sozialen Raum gestalten. Es gibt viel zu tun, damit unsere Kinder eine faire Chance erhalten. Mit unserem Leitantrag liefern wir Vorschläge, um dem Hamburger Bildungswesen Zukunftsfestigkeit zu verleihen.“

Antje Müller, Vorsitzende des Landesfachausschusses Bildung der Hamburger CDU: „Schule von gestern macht junge Menschen nicht fit für die Welt von Morgen. Die veränderten familiären und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, der Wandel zur Wissens- und Informationsgesellschaft, die Inklusion und die Migration stellen Schulen schon heute vor große Herausforderungen. Es ist dringend an der Zeit, dass sich das Schulwesen modernisiert. Schulen müssen ihre Tore für die digitale Realität öffnen und ihre Chancen nutzen: in Verwaltung, Kommunikation und im Unterricht. Bildungspläne müssen einerseits sicherstellen, dass alle Kinder das notwendige Handwerkszeug und ein Orientierungswissen erlernen, das für den gelingenden gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgt. Auf der anderen Seite müssen sie genügend Raum für den Erwerb der Zukunftskompetenzen – Problemlösefähigkeit, Kommunikation, Kreativität und Soziabilität – lassen. Schließlich verbringen junge Menschen viel mehr Zeit in der Schule als früher. Deshalb müssen Schulen gemeinsam mit den Eltern Verantwortung für die gesunde psychische und physische Entwicklung der jungen Menschen übernehmen und entsprechend ausgestattet werden.“

 

Auf dem Foto von links nach rechts: Dennis Thering, Birgit Stöver, Dr. Christoph Ploß, Antje Müller, Birgit Stöver, Dennis Thering.