Senat lässt ZAL III hängen – Hamburgs Luftfahrtstandort braucht endlich politische Führung

Zu den Antworten des Senats auf die Schriftliche Kleine Anfrage zum Neubau des Zentrums für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL III) erklärt Prof. Dr. Michael Becken, europa- und wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Hamburg ist nach New York und Toulouse der drittgrößte zivile Luftfahrtstandort der Welt. Rund 50.000 Arbeitsplätze und sieben Milliarden Euro Wertschöpfung hängen an diesem Cluster. Umso unverständlicher ist, was der Senat in seinen eigenen Antworten einräumt: Der Bauantrag für ZAL III liegt seit dem dritten Quartal 2025 beim Bauamt, ein Baubeginn ist nicht in Sicht, und es liegen weder die nötigen Letters of Intent noch ausreichende Vorverträge künftiger Nutzer vor. Beim vorherigen Erweiterungsschritt ZAL II hatte der Senat die Industrie noch ins Boot geholt. Heute schafft er es nicht einmal, die Rahmenbedingungen herzustellen, unter denen Industrie und Forschung verlässlich investieren können.

 

Während der globale Wettbewerb in der Luftfahrt durch chinesische Staatsförderung für COMAC und eine aggressive US-Handelspolitik schärfer wird, vergeht in Hamburg Quartal um Quartal, ohne dass am wichtigsten Forschungsbaustein des Standorts ein Spatenstich erfolgt. Das ist kein Versäumnis von Airbus oder Lufthansa Technik, das ist ein Versäumnis des Senats. Wer Industrie für eine Standorterweiterung gewinnen will, muss Planungssicherheit liefern, Genehmigungswege beschleunigen und proaktiv auf die Ankerpartner zugehen.

 

Ich erwarte vom Senat drei konkrete Schritte: Erstens eine zügige Entscheidung der zuständigen Bauprüfabteilung über den seit Monaten vorliegenden Bauantrag. Zweitens eine offen kommunizierte Werbestrategie für nationale und internationale Forschungs- und Industriepartner, die über die Präsenz auf Messen hinausgeht. Und drittens einen klaren Investitionsfahrplan für den Luftfahrtstandort, der das Wettbewerbsumfeld ernst nimmt. Hamburg darf seine Spitzenstellung im globalen Luftfahrtcluster nicht durch politische Untertätigkeit verspielen.“

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