Hamburg fällt ans Tabellenende – Standortoffensive für Unternehmen ist überfällig

Das ifo Institut hat die regionalen Wachstumszahlen für das erste Quartal 2026 veröffentlicht – das Ergebnis für Hamburg ist ernüchternd: Während die Wirtschaftsleistung in zwölf von sechzehn Bundesländern gestiegen ist, schrumpfte sie in Hamburg um 0,5 Prozent. Damit teilt sich Hamburg gemeinsam mit Schleswig-Holstein das Schlusslicht der bundesweiten Rangliste.

 

Dazu Prof. Dr. Michael Becken, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Diese Zahlen sind das Ergebnis einer Wirtschaftspolitik ohne Prioritäten. Das ifo-Institut erklärt den schwachen Jahresauftakt zwar teilweise mit Basiseffekten aus einem starken Vorjahr, doch das größere Bild ist eindeutig: Hamburg verpasst die Impulse, die andere Standorte mitnehmen. Der rot-grüne Senat hat offenbar keinen Plan, wie er Hamburg wieder auf Wachstumskurs bringt.

 

Das ifo-Institut benennt einen der zentralen Hamburger Schwachpunkte ausdrücklich: Standorte mit einer ausgeprägten Rüstungsindustrie in Nord- und Westdeutschland profitieren laut Institut ´in erheblichem Umfang von der Aufrüstung und Erneuerung des Verteidigungssektors´. Genau dort verspielt Hamburg eine Chance. Wie die CDU-Fraktion bereits Anfang Mai öffentlich gemacht hat, ist das zentrale Hafenareal Kuhwerder – die naheliegendste Erweiterungsfläche für die geplante Marine-Produktion von Rheinmetall – bis Ende 2032 an die Hamburger Hochbahn vergeben. Wer eine industriepolitische Chance dieser Größenordnung über Jahre liegen lässt, darf sich über schwache Wachstumszahlen nicht wundern.

 

Die CDU fordert vom Senat eine Standortoffensive auf zwei Säulen. Erstens müssen gezielt Anreize für neue Unternehmensansiedlungen geschaffen werden – durch die Ausweisung zusätzlicher Gewerbeflächen, durch beschleunigte Genehmigungsverfahren und durch ein umfassendes Ansiedlungspaket. Zweitens brauchen die bereits in Hamburg verwurzelten Unternehmen spürbare Entlastung und aktive Unterstützung – damit sie wachsen, investieren und Arbeitsplätze sichern können. Standortpolitik bedeutet, sowohl neue Unternehmen zu gewinnen als auch den bestehenden den Rücken zu stärken. Beides muss der Senat jetzt ernsthaft angehen und dabei auch steuerliche Instrumente prüfen.“

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