Eine Dachmarke macht noch keine Startup City – Senat muss Lücke zu Berlin und München endlich schließen!

Zu den Entwicklungen in der Startup-Förderung in Hamburg erklärt Julian Herrmann, Sprecher für Startups und Innovation: „Die heute vorgestellte Neuordnung der Hamburger Startup-Förderung ist sinnvoll, bleibt aber weit hinter dem zurück, was Hamburg im Wettbewerb mit Berlin und München braucht. Wie so häufig zieht sich der Senat die Zahlen so zurecht, wie sie ins eigene Erfolgsnarrativ passen: 203 Neugründungen und ein Plus von 26 Prozent sind zwar ein leichter Aufschwung, Hamburg ist damit im Wesentlichen aber lediglich wieder auf dem Niveau von 2019 angekommen und bleibt hinter dem bundesweiten Wachstum zurück. Pro Kopf ist das Bild noch bescheidener: Hier liegt Hamburg mit rund 82,5 aktiven Startups je 100.000 Einwohner nur auf Platz 6 unter den betrachteten Großstädten.

Auch beim Wachstumskapital ist der Abstand erheblich: Seit 2015 sind lediglich rund 3 Milliarden Euro Investitionskapital nach Hamburg geflossen, gegenüber 38 Milliarden Euro in Berlin und 12 Milliarden Euro in München. Nur 23 Prozent der Hamburger Startups haben bislang Venture Capital erhalten, in Berlin sind es 43 Prozent, in München 37 Prozent. Eine neue Dachmarke, eine gemeinsame Website und gebündelte Beratung machen deshalb noch keine Startup City.

Was es jetzt braucht, ist ein deutlich aufgestockter Wachstumsfonds mit echter Hebelwirkung auf privates Kapital, statt der bisherigen Kleinvolumina von InnoStarterFonds und InnoVentureFonds, und eine gezielte Strategie zur Ansprache institutioneller und internationaler Investoren. Dazu muss endlich eine verbindliche, strukturelle Verzahnung von Hochschulen und Startups nach Münchner Vorbild umgesetzt werden, die UnternehmerTUM zeigt eindrücklich, wo Hamburg mit den richtigen Weichenstellungen heute hätte stehen können. Statt Neugründungszahlen als alleinigem Erfolgsmaßstab müssen messbare Ziele für Kapitalzufluss und Finanzierungsrunden ab Serie A festgelegt werden.

Unser Anspruch darf es nicht sein, Deutschlands drittgrößtes Startup-Ökosystem weiter einfach nur zu verwalten. Unser Anspruch muss sein, den Abstand zur Spitze zu verkürzen. Eine echte Startup City erkennt man nicht am Logo, sondern daran, dass aus Hamburger Gründungen internationale Wachstumsunternehmen und neue Weltmarktführer werden.“ 

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