Der noch vor wenigen Monaten hochgelobte Hochschulstandort Hamburg muss in Wahrheit schon länger mit haarsträubenden Entwicklungen kämpfen. Die Hiobsbotschaften lassen sich nahezu intervallartig beobachten. Von politischer Führung und konstruktiver Problemlösung ist nichts mehr zu sehen.
Dazu erklärt Anna von Treuenfels-Frowein, wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Die Schlagzeilen rund um die Universität Hamburg und der Wissenschaftssenatorin brechen nicht ab. Nun soll laut Senatorin die Universität sich nicht an Absprachen zur Ausbildungsleistung gehalten haben und somit über ihre Kapazitätsgrenzen gegangen sein, was sich auf die finanzielle Lage unmittelbar auswirke. Ein dazu prompter Widerspruch des Universitätspräsidiums zeigt das inzwischen erreichte Ausmaß der Konfrontation. Hier wird scheinbar nicht mehr konstruktiv miteinander, sondern öffentlich übereinander gesprochen. Das legt einen gegenseitigen Vertrauensverlust nahe, der so vor einigen Monaten undenkbar gewesen wäre. Sich als Wissenschaftssenatorin für eine Schrumpfung der Uni auszusprechen, ist eine Kapitulationserklärung. Diese Entwicklungen können nicht den Anspruch Hamburgs an eine funktionierende Hochschulpolitik darstellen.
Die vorangegangenen Debatten sind deutliche Alarmsignale: Eine zu geringe Hochschulfinanzierung, gleichzeitig aber Berichte über regelmäßige Vorträge und Veranstaltungen mit antisemitischem Tenor in Universitätsräumen, die bis heute folgenlos blieben. Und nun soll die Zahl der Studentinnen und Studenten laut Senatorin zu hoch sein. Das sind bitterliche Entwicklungen für den so wichtigen Hochschulstandort Hamburg, an dem es doch eigentlich um Exzellenz und wissenschaftliche Spitzenleistung gehen sollte. Die Öffentlichkeit muss mühselig um Informationen kämpfen, doch langsam kommt ans Licht: Seit Monaten brodelt es an allen Ecken und Enden. Ich rufe die Wissenschaftssenatorin auf, sich ihrer Verantwortung gegenüber den Universitäten, speziell der Uni Hamburg, endlich zu stellen und für eine gesicherte Finanzierung zu sorgen. Investitionen in Wissenschaft und Forschung sind Grundlagen für unseren zukünftigen Wohlstand. Diese Formel muss in der Wissenschaftsbehörde endlich wieder Einzug finden!“
