@Europa – auf 'nen Espresso

22. 10. 2018 von Dr. Roland Heintze

Warum wir unser Verhältnis zu den BREXIT-Verhandlungen neu denken müssen

 

Ich bin ein optimistischer Mensch.

So glaube ich natürlich auch daran, dass die EU und Großbritannien einen fairen BREXIT-Vertrag erarbeiten werden. 

Wir dürfen allerdings auch nicht die Augen verschließen vor einem Szenario des No-Deal Austritts. Ein No-Deal würde bedeuten, dass die EU und Großbritannien nicht ein Handelsabkommen abschließen und Großbritannien von einem Mitglied zu einem Drittstaat wird. 

Es gelten dann Zollgebühren, die Visa-Freiheit würde von heute auf morgen enden, der Status der EU-Bürger, die dort leben wäre ungeklärt und es gäbe wieder Grenzen. 

Für unsere Hamburger Wirtschaft und unseren Hafen wären die Folgen besonders fatal.

Eine Studie hat ergeben, dass Hamburg von allen Regionen ein harter Brexit am härtesten treffen würde. 17,5% unserer regionalen Wirtschaftsleistung in Industrie und Gewerbe hängen 

an Großbritannien. Laut Welt unterhalten rund 1.000 Hamburger Unternehmen Handelsbeziehungen zu Grossbritannien. Rund 200 Unternehmen haben eigene Niederlassungen dort. 

Zusätzlich gibt es ca. 70 Firmen, die mit Niederlassungen in Hamburg vertreten sind.

Verständlicherweise sind all diese Firmen nun extrem verunsichert und wir müssen mehr für sie tun. 

Aber nicht nur unser Hafen wäre getroffen, auch der Flugverkehr würde immens unter einem No-Deal Szenario leiden. Bei einem ungeregelten Brexit scheidet das Vereinigte Königreich auch automatisch aus dem gemeinsamen Flugmarkt aus.

Gesellschaften, die zu mehr als 50% nicht zur EU gehören, verlieren ihr Recht auf dem Flugmarkt. Es geht hier um mehr als einen verpassten Flug, es geht auch um eine Menge Arbeitsplätze.

Leider wurde auf meine Forderung nach einem Brexit-Beauftragten für unsere Hansestadt vom rot-grünen Senat nicht reagiert. Diese Zahlen zeigen aber, wie dringend wir diesen benötigen.

Es reicht nicht sich einfach auf die EU zu verlassen, wir müssen unsere Unternehmen effektiv vorbereiten.

Die Niederlande hat es erkannt und bietet Unternehmen einen ausführlichen Brexit Impact Scan an, der sie auf ein No-Deal-Szenario vorbereitet. Die Konkurrenz aus dem Westen schläft also nicht. Der Rotterdamer Hafen, unser größter Konkurrent, wird also vorbereitet, während unsere Unternehmen mit dieser Prüfung allein gelassen werden. Deshalb benötigen wir dringend genau so einen Impact Scan, der unseren Unternehmen dabei hilft, sich vorzubereiten. 

« Warum wir die europäische Außenpolitik neu denken müssen Warum wir die Bankenunion neue denken müssen »

Deine Nachricht zu diesem Artikel

Gemäß der Rechtsauffassung des Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit des Landes Berlin musst Du uns aktiv Dein Einverständnis dafür geben, dass mit dem Absenden des Formulars die von Dir angegeben personenbezogenen Daten sowie die besonderen Daten (§ 3 Abs. 9 BDSG z. B. politische Meinungen) an die CDU Deutschlands übertragen und zur Beantwortung der Anfrage verwendet werden.

Anträge und Positionspapiere

Beschluss "Europa neu denken"

­ Herunterladen

Kontakt

Landesgeschäftsstelle der CDU Hamburg
Leinpfad 74
22299 Hamburg
Telefon: 040-46 85 4 - 800
Telefax: 040-46 85 4 - 900
E-Mail: info@cduhamburg.de